Seit vier Jahren ist die ETH Zürich mit dem Departement für Biosysteme und Engineering (D-BSSE) in Basel präsent. Die Nähe zur Basler Life-Science-Industrie ist für das Departement ein entscheidender Vorteil. Die Region Basel profitiert zudem von einer erhöhten internationalen Sichtbarkeit.

Für die ETH Zürich und die EPFL eröffnen sich mit der Regionalisierung ausgewählter Departemente neue Perspektiven: Basel bietet beispielsweise ideale Forschungsbedingungen, besonders im Bereich der Biomedizin. Das Departement für Biosysteme und Engineering (D-BSSE) der ETH Zürich ist seit 2007 in Basel präsent. Es ist ihr zweites Standbein in der Stadt, nachdem sie 1999 das ETH Studio Basel eröffnet hat. Dieses ist im Bereich Stadtforschung tätig und arbeitet eng mit dem Urbanismusforschungslabor «laba» der EPFL zusammen, das im August 2011 in Basel eingeweiht wurde.
Gewinner auf allen Seiten
Das D-BSSE der ETH Zürich zählt 170 Mitarbeitende aus 23 Nationen. Ralph Eichler, Präsident der ETH Zürich, sieht dessen Ansiedelung in Basel als strategischen Entscheid: «Basel ist die europäische Hauptstadt der Life Sciences. Mit der Ansiedelung des D-BSSE ist es der ETH Zürich gelungen, die Brücke zwischen technischen und biologischen Systemen geschlagen.» Basel bietet mit der Nähe zur Biochemie- und Pharmaindustrie ideale Voraussetzungen für die interdisziplinären Forschungsprojekte der Wissenschafterinnen und Wissenschafter des D-BSSE. Seine Bioingenieurinnen und -ingenieure haben beispielsweise einen «Gen-Lichtschalter» entwickelt, der neue medizinische Therapien etwa gegen Diabetes Typ 2 ermöglichen könnte. Entdeckungen wie diese sind auch für die Basler Life-Science-Unternehmen interessant.

Das Departement der ETH Zürich in Basel sei für die gesamte Region ein Gewinn, sagt Urs Wüthrich, Bildungsdirektor des Kantons Baselland: «Das D-BSSE ergänzt die forschungsstarke Region mit Universität, Fachhochschule und Industrie hervorragend und sichert uns erhöhte internationale Aufmerksamkeit. Zudem schafft es qualitativ hochwertige Arbeits- und Ausbildungsplätze.» Deshalb hätten sich sowohl Baselstadt als auch Baselland an der Anschubfinanzierung des D-BSSE beteiligt und fassten bereits weitere Investitionen in die Infrastruktur ins Auge, so Wüthrich. Christoph Eymann, Erziehungsdirektor des Kantons Baselstadt, sieht einen weiteren Vorteil: «Es ergeben sich wichtige Synergien mit den Basler Bildungsinstitutionen.»
Zusammenarbeit mit Industrie
In den vier Jahren seines Bestehens gingen drei Spin-off-Firmen aus dem D-BSSE hervor. Ein privater Partner hat eine Anschubfinanzierung für eine zusätzliche Professur geleistet. Die Professorinnen und Professoren des D-BSSE arbeiten eng mit der Industrie zusammen, beispielsweise mit Roche: In einem gemeinsamen Forschungsprojekt im Bereich der neurodegenerativen Krankheiten benutzt das Unternehmen eine Chiptechnologie des D-BSSE, um neuronale Signale in hoher Auflösung aufzuzeichnen und krankhafte Veränderungen festzustellen.






